Suche im Heuhaufen: gutes Olivenöl

Ein wirklich gutes Olivenöl zu finden, ist schwer. Das gilt für Deutschland wie für Spanien. 

Leider findet dieses wunderbare Produkt der Natur keine entsprechende Bewertung. Die in Spanien staatlich vorgegebenen preislichen Richtwerte unterscheiden nur um wenige Cent den Wert eines virgen extra Olivenöls von dem eines  Olivenöls virgen. Der Aufwand, den eine Mühle betreiben muss, um ein erstklassiges virgen extra Olivenöl zu produzieren, ist in keiner Weise bedacht.

10 kg Oliven benötigt man für einen Liter virgen extra von hoher Qualität. Für ein Olivenöl virgen lässt sich mindestens die doppelte Menge erzielen. Wirtschaftlich gesehen rechnet sich ein virgen extra Öl überhaupt nicht.

Nur wenige Mühlen leisten sich überhaupt den Aufwand. Sie präsentieren die erstklassigen Öle auf Wettbewerben, lassen sie prämieren. Für die wirtschaftliche Seite der Mühle muss eine zweite Linie sorgen, Olivenöl von zweit- oder drittklassiger Qualität. Keine Mühle kann nur von ihren Spitzenprodukten leben, es gehört viel Passion für Olivenöl und eine gewisse wirtschaftliche Sicherheit dazu, ein solches Luxusprodukt herzustellen. Denn das ist es zweifelsfrei, und es verdient einen entsprechenden Preis.

Neben der zu niedrigen Preisvorgabe von staatlicher Seite aus leiden die Ölmühlen vor allem in Jaén unter einer riesigen Konkurrenzsituation. Jaén gilt als die ärmste Provinz Spaniens mit einer Monokultur von Oliven. Hunderte von Ölmühlen stehen im Wettbewerb um Kunden, es gibt ein Überangebot.

Die nachrückende Generation hat oftmals wenig bis kein Interesse daran, die Ölmühle der Familie weiterzuführen. Sie verlässt die Provinz oder versucht sich z.B. im Anbau von Mandeln. 

Man schaut mit Sorge auf die Entwicklung in Jaén.

 

 

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